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Die
GZ
trendline
erschien monatlich in der
Goldschmiede Zeitung



Weitere Artikel aus dieser Reihe:



Tweed! Und was nun?
(Erschienen im September 2000 in der GZ - Goldschmiede Zeitung)

Langsam verschwinden die letzten Ausverkaufsgestelle aus den Modeläden und die Schaufenster füllen sich mit den Herbst-/Wintermodellen. Manch eine Zeitgenossin wird sich die Augen reiben. Denn was uns die Modeschöpfer im ersten Winter des neuen Jahrtausends vorschlagen, ist nichts weniger als ein radikaler Neuanfang. Frauen kommen als Ladies einher. Tweedkostüme kombinieren sich mit Schleifenblusen. Zarte, fliessende Seidenkleider umschmeicheln Beine in hohen, spitzen Pumps. Polkapunkte wetteifern mit Pucci-Inspirationen. Krokoprägungen auf Leder stechen Pelzkragen aus. Die Mäntel der Saison hätten Jacky Kennedy vor Vergnügen quietschen lassen. Bestickte Handtaschen lassen so manches Schmuckstück verblassen. Die Stilzitate beziehen sich auf die 50er und 60er Jahre, aber auch die Eleganz der 30er und frühen 40er Jahre ist deutlich erkennbar. Ob die Anleihen an die 80er Jahre Erfolg haben werden, muss sich erst noch weisen. Viele Frauen dürfte dieser Stil noch zu sehr an die Modelle erinnern, die sie gerade mal aus dem Fundus ausgemistet haben.

Dieser radikale Stilwechsel vom Minimalismus der Neunziger zum femininen Ladylook 2000/01 stellt auch die Schmuckbranche vor eine neue Herausforderung. Ein Tweedkostüm und ein ultraschlichtes Weiss-in-Weiss-Teil passen einfach nicht zueinander. Auch Perlen passen nur bedingt. Karl Lagerfeld hatte schon Recht, als er für seine Winterkollektion Colliers mit übergrossen Perlen (Durchmesser 3cm) entwarf. Kleinere Perlen wirken neben diesen Stoffen nicht, und die klassischen 7½-8 Akoyas schon gar nicht. Selbst die Collitaire können bei dieser Mode nicht mehr mitspielen (ausser bei den Twinsets).

Nun, die Zeichen der Zeit stehen auf Farbe. Nichts kann die Wintermode besser ergänzen, als facettierte Farbsteine in intensiven Tönen. Gelb und Gold, Pink, Violett, Orange und Olive setzen die richtigen Akzente. Als Solitäre an der Hand, als mehrfarbige Collier- oder Armbandkreationen sind sie die Gewinner der Saison. Auch die absolut unmögliche Gelbgoldkette passt wieder. Wer allerdings wirklich Trends setzen will, arbeitet mit Rotgold. Zu Violett, Weinrot, Braun oder Beige (den Basisfarben des Winters) getragen, hat diese Goldfarbe einen unglaublichen Chic.

Immer häufiger kaufen Frauen ihren Schmuck selbst ein. Sie machen sich Gedanken über ihre Garderobe und stellen fest, dass ihr Schmuck nicht mehr passt. Genauso wie ihre Handtasche oder ihre Schuhe. Zum Kauf von neuen Schuhen und Handtaschen lassen sich die modebewussten Kundinnen gerne verführen, nur beim Schmuck bleibt es bedauerlicherweise meistens beim alten. Wer es schafft mit dem richtigen Sortiment, einer ansprechenden Schaufensterdekoration und trendbewusster Beratung einen Bezug zur Mode herzustellen, der kann diese Kundinnen genau da abholen.

Ihre Susan Sagherian


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