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Die
GZ
trendline
erschien monatlich in der
Goldschmiede Zeitung



Weitere Artikel aus dieser Reihe:



Ohne den Farbakzent läuft gar nichts mehr
(Erschienen im Oktober 1999 in der GZ - Goldschmiede Zeitung)

Es ist wieder einmal so weit, die Sommerklamotten kommen raus aus dem Schrank und – was kommt rein? Wenn es Ihnen so geht wie mir, dann haben Sie auch keine Lust mehr, dauernd in Schwarz rumzurennen. Es sei denn, in Kombination mit Rot oder Goldgelb oder vielleicht einem sanften, cremigen Beige. Wahrscheinlich haben Sie wie ich Lust auf Weiss, die Farbe des Milleniums. Im Winter Weiss zu tragen, war immer die Wahl der Royalties oder Glamourgirls. Dieses Jahr ist das ganz klar auf breiter Ebene angesagt. Aber mal ehrlich, Weiss in Weiss, ist das nicht etwas langweilig? Müsste da nicht ein Akzent in Blau oder Grün oder Pink her?

Grau behauptet sich vorläufig munter weiter als Garderobengrundfarbe. Vor allem die Schattierungen von Grau, die sich ausschliesslich aus Schwarz und Weiss zusammensetzen. Denn die lassen sich so herrlich mit allen Farben kombinieren. Wer Lust hat auf etwas wirklich Neues, dem seinen die Khaki- und Brauntöne empfohlen. Getragen mit Blutorange oder Smaragdgrün sieht das einfach umwerfend aus.

Die Mode feiert das Ende des Modediktats, indem sich das Angebot der Firmen immer mehr diversifiziert und dem Selbstbewusstsein und der Individualität der Frauen damit Rechnung trägt. Nur über eines scheinen sich die Modemacher zur Zeit einig zu sein. Egal was man oder frau trägt, ein Farbtupfer muss her. Das kann eine farbig abgesetzte Innenkante sein, ein kontrastierender Reissverschluss, ein Streifen am Saum - oder ein Schmuckstück!

Modekäufer und –käuferinnen werden in diesem Herbst auf Schritt und Tritt Farbe begegnen. Keine Modeverkäuferin wird müde werden, immer wieder darauf hinzuweisen. Die Erkenntnis, dass farbige Akzente derzeit de rigueur sind, brauchen wir Schmuckverkäufer den Kundinnen also nicht mehr beizubringen. Aber wir sollten sie verführen mit Farbe. Der Moment war schon lange nicht mehr so günstig, um Schmuckkäuferinnen mit einem fantastischen Farbstein zu ködern.

Wir sind heute eine Gesellschaft von Individualisten. Design, Mode und generell alle Konsumprodukte müssen diesem Umstand Rechnung tragen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Farbe ist das Ausdrucksmittel für Individualität und Persönlichkeit schlechthin. Ein Argument, das doppelt zählt im Schmuckverkauf, denn jeder Farbedelstein ist ja einzigartig.

Neben Mode und Individualismus gibt es aber noch einen weiteren guten Grund, sich gerade jetzt einen Schmuck in Farbe zu kaufen. Im Winter, wenn es tagelang nicht richtig hell wird, die Landschaft im Nebel versinkt und nur noch Grau in Grau zu sehen ist, gibt es kaum etwas Schöneres, als ab und zu verstohlen auf seinen Farbstein am Finger zu blicken und in seinem Schillern und Glänzen zu versinken. Das Bild einer weissgekleideten Frau mit einem prächtigen, farbigen Zauberring am Finger erscheint als Wintervision 2000.

Ihre Susan Sagherian


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