Concept Design Logo

Home  Beratung Seminare Trendforschung Publikationen  Susan Sagherian Kontakt  English Website

Schmuckszene London
(Erschienen im April 1998 in der GZ - Goldschmiede Zeitung)

London, Trafalgar Square im Frühjahr 1998 zur Mittagszeit. Scharen von jungen Leuten in dunklen Anzügen mischen sich mit bunten Reisegruppen aus aller Welt. Die ersten sind unterwegs in die umliegenden exklusiven Restaurants, die zweiten haben zuerst einen Termin mit den Tauben auf dem Platz und werden anschließend in einen wilden Shoppingrausch verfallen.

London ist chic. Als Arbeitsort, als Reisedestination, als Ort für Europäische Produktlancierungen. Dazu kommt, daß London einfach zum Shopping verführt. Ungefähr 27 Millionen Touristen besuchten die Themsestadt im vergangenen Jahr und gaben zusammen geschätzte 8 Milliarden Pfund aus. Der Einzelhandel legte mit schwindelerregender Schnelligkeit zu und verzeichnete ein Plus nach dem andern.

 

Teil einer Artikelreihe über die Schmuckszenen bedeutender Städte. Weitere Artikel aus dieser Reihe:

- Amsterdam
- Barcelona
- Florenz
- Helsinki
- London
- München
- New York
- Paris
- Zürich

 

London boomt. Die Stadt bietet jedem etwas. Wer sich in London langweilt, ist selber schuld. Das Wochenmagazin TimeOut füllt jede ihrer Ausgaben mit zweihundert Seiten Kulturprogramm jeglicher Art. Die Restaurantszene ändert sich sozusagen täglich mit neueröffneten, extravaganten Lokalen, die vom ersten Tag an voll ausgebucht sind. Das Nachtleben in Soho findet jeden Abend statt und man fühlt sich wie an einem riesigen, weltumspannenden Straßenfest.

Londons kosmopolitische Kultur. Auf den Straßen hört man alle Sprachen dieser Welt. England lebt Toleranz. Wo sonst auf der Welt sieht man einen Polizisten mit Dienst-Turban statt Hut. Oder einen Bahnangestellten mit Rastafari-Kappe, gekennzeichnet mit dem offiziellen Signet der öffentlichen U-Bahn.

London geht es gut. So gut wie schon lange nicht mehr. Die Engländer sind stolz. Auf ihre neue Regierung, ihre Fußballer, ihre Filmindustrie und die Modeschöpfer, die zur Zeit Paris regieren. Die Stimmung ist positiv, unternehmerisch und dynamisch.

Londons Schmuckszene1998. Ein interessanter Mix aus Tradition, Kreativität und Englischer Exzentrik, den es zu entdecken lohnt. Ein enormes Marktpotential und viel Raum für Neues.

Fakten und Zahlen zum Schmuckmarkt London

England ist ein heimlicher Riese. Die Insel repräsentiert mit 7.6 Milliarden US$ Umsatz den zweitgrößten Schmuckmarkt Europas. Besonders groß ist der Anteil Großbritanniens am Europäischen Goldschmuckmarkt. Jedes zweite Schmuckstück in Gold wurde 1997 dort verkauft. Andererseits berichtet De Beers, daß Großbritannien zur Zeit der am schnellsten wachsende Diamantmarkt ist. Laut Johnson Matthey hat sich die Anzahl der punzierten Platinschmuckstücke seit 1995 auf knapp 58'000 Stück vervierfacht, was etwa einem Drittel des Deutschen Marktes entspricht.

Die Engländer und Engländerinnen sind im weltweiten Vergleich sehr häufige Schmuckkunden, geben aber gesamthaft betrachtet wenig aus pro Einkauf. Das Schmuckbudget pro Kunde ist jedoch stark im Steigen begriffen und lag 1997 gleich hoch wie in Deutschland.

Engländer und Engländerinnen kaufen Schmuck überwiegend als Geschenk und sind fast einstimmig der Meinung, daß Schmuck starken emotionalen Wert hat. Verlobung und Hochzeit, gefolgt von Weihnachten sind die häufigsten Kaufgelegenheiten für Schmuck. Ohrringe sind die Favoriten und bilden 35 - 40% der Verkäufe. Ringe und Halsschmuck liegen mit jeweils rund 20% Marktanteilen auf zweiter Stelle.

Wer sind die Kunden in London

Die Stadt an der Themse repräsentiert mit ihren gut acht Millionen Einwohnern bereits einen Riesenmarkt. Dazu kommen noch circa 27 Millionen Touristen pro Jahr aus aller Welt. Was insgesamt ein unglaubliches Marktpotential darstellt.

Die Engländer und Engländerinnen selbst kultivieren mehrheitlich einen konservativen Schmuckgeschmack. Barbara Cartlidge, Inhaberin der Electrum Gallery erklärt das damit, daß England sehr traditionsbewusst ist. Viele Engländerinnen tragen den ererbten Familienschmuck. Diejenigen, die keinen Schmuck erben, kaufen sich dann den Schmuck, von dem sie meinen, sie hätten ihn erben sollen. Dies ist um so erstaunlicher bei ganz jungen Frauen, die ultramodische Kleidung wählen, aber Schmuck wie ihre Großmütter.

Die Engländer sind jedoch bei weitem nicht die einzigen Kunden in London. Englands Vergangenheit als Weltmacht hat den Weg bereitet für die kosmopolitische Vielfalt, die auch heute noch herrscht.

Leo de Vroomen, Schmuckkreateur in London, erklärt die Anziehungskraft von London damit, daß die Leute einfach gerne nach London kommen. Das gilt genauso für Sprachstudenten, wie für die Reichsten dieser Welt, die nicht selten sogar einen eigenen Wohnsitz in London haben. Adelige - Englischer und anderer Herkunft - machen London von Zeit zu Zeit ihre Aufwartung. Die Mode-, Musik- und Filmbranchen haben seit kurzem London zur inoffiziellen Hauptstadt Europas erklärt und geben sich regelmäßige Stelldicheins. Die angereisten VIP’s verbinden die großen Events jeweils mit ausgiebigen Shoppingtrips. Nicht zu vergessen ist die Masse der überaus gut verdienenden, meist sehr jungen (25-35 Jahre) Bankangestellten und Unternehmensberater.

650 Jahre Schmuckgeschichte in London

Nicht weit von der St. Pauls Kathedrale in London liegt das beeindruckende Gebäude der Goldsmiths’ Hall. Die Gilde der Gold- und Silberschmiede hat bereits im Jahre 1327 den königlichen Freibrief erhalten. Sie hatten damit das Recht, über die Regulierung ihres Gewerbes zu entscheiden und ihre eigenen Beamten zu ernennen, um diese Grundsätze durchzusetzen und zu kontrollieren.

Im Jahre 1339 entschieden sich 19 Goldschmiede der Gilde, einen Versammlungsort einzurichten. Das damals gewählte Haus lag nicht weit vom traditionellen Goldschmiedequartier nahe der heutigen City. Das jetzige Gebäude ist bereits der dritte Sitz, erbaut zwischen 1830 - 1835 am ansonsten unveränderten Standort an der Foster Lane.

Ein anderer historischer Ort für die Schmuckindustrie ist Hatton Garden. Einstmals der Sitz der Familie Hatton, wurde das Quartier zu einer feinen Wohngegend, bevor es im Laufe des letzten Jahrhunderts von den Diamanthändlern, Goldschmieden und verwandten Gewerbetreibenden vereinnahmt wurde. Die erste dokumentierte Firma in Hatton Garden war übrigens Johnson Matthey. Der Gründer Percival Norton Johnson hat bereits im Jahre 1817 in einem umgebauten Schuppen im Garten des Hauses Nr. 79 Platin raffiniert. Die Firma hat noch heute ihren Sitz an dieser Adresse.

Heute ist Hatton Garden nach wie vor das Herz des Londoner Edelsteinhandels. Kleine Schmuckgeschäfte bieten antiken und neuen Schmuck an. Handwerker aller Art, wie Fasser, Goldschmiede, Graveure und Emailleure, haben ihre Arbeitsplätze dort. Sie beherrschen zum Teil noch sehr alte, im Aussterben begriffene Techniken. Ein Besuch bei diesen Kunsthandwerkern, und man fühlt sich unvermittelt zurückversetzt in frühere Zeiten. Über abenteuerliche Treppenhäuser erreicht man kleine, enge Ateliers in denen mithilfe uralter Werkzeuge noch heute wie vor hundert und mehr Jahren wunderbare Schmuckobjekte entstehen.

Gelebte Schmucktradition in London

Den Gold- und Silberschmieden ist über die Jahrhunderte kaum je die Arbeit ausgegangen. England mit seiner ungebrochenen Reihe von Königs- und Adelshäusern und reichen Handelsleuten hat immer für Aufträge gesorgt.

Zwei Firmen sind dafür noch heute die besten Beispiele: Asprey und Garrard the Crown Jeweller. Beide können auf eine über zweihundertjährige Firmengeschichte zurückblicken und beide verfügen über das Privileg, königliche Hoflieferanten zu sein.

Asprey hat sich seit seinen bescheidenen Anfängen als Koffermacher zu einem Kaufhaus für Luxusobjekte aller Art entwickelt. Wer heute das Geschäft an der Bond Street betritt, fühlt sich etwa so, wie wenn er aus Versehen in Aladins Höhle geraten wäre. Unverfälschte Englische Exzentrik mischt sich mit exotischem Flair und dem Parfüm von Leder und frischem Bienenwachs. Schmuck, Uhren, Antiquitäten, Silberwaren, Objekte, Lederwaren, antike Bücher und Porzellan, alles ist vom Feinsten und in beeindruckender Auswahl bei Asprey vorhanden.

Trotzdem ist all dies nicht die Spezialität des Hauses. Das Firmencredo lautet: „It Can Be Done“ und heißt, daß Asprey alles für seine Kunden macht. Ob es sich dabei um die komplette Inneneinrichtung eines Privatjets, um das Herstellen einer Allee von Edelsteinbäumen oder um den Bau einer Jukebox in Gold und Edelsteinen handelt, spielt keine Rolle. Indische Maharadschas, Amerikanische Filmstars, Europäische Königshäuser und Arabische Fürsten hat diese Maxime überzeugt und sie ließen sich seit jeher bei Asprey ihre Wünsche erfüllen.

Asprey verzeichnete 1997 großen Erfolg mit der Daisy- Collection. Eine Schmuckkollektion mit dem Margaritenthema in Peridot, Topas und Diamant. Das romantische Schmuckthema fand sofortigen Anklang bei verschiedensten Filmschönheiten, erhielt entsprechend gute Medienpräsenz und wurde zum Verkaufsschlager des Jahres. Die Daisy-Collection ist überdies ein erster Schritt in Richtung internationale Expansion. Das Haus plant, seine Aktivitäten über die nächsten Jahre auf weltweiter Ebene auszubauen.

Garrard auf der anderen Seite hat seine Wurzeln im Silberhandwerk. Im Laufe der Zeit kamen dann allerdings andere Produkte hinzu, wie Schmuck, Uhren, Objekte und Porzellan. Als „The Crown Jeweller“ hat Garrard seit dem Jahre 1843 das Privileg, die Kronjuwelen des Königshauses zu pflegen. Der Name des Hauses ist auch verbunden mit dem berühmten, historischen Diamanten Koh-i-Noor, den Garrard im Jahre 1862 im Auftrag von Königin Viktoria umgeschliffen hat.

Das Gebäude an der Regent Street strahlt schon von außen Urenglische Zurückhaltung aus. Einmal eingetreten erhält man den Eindruck, den Gralshütern Englischer Tradition begegnet zu sein. Der ganze Stil des Hauses ist diesem Erbe verpflichtet. Falls Sie jemals planen, Ihr Englisches Landhaus stilgerecht mit 36-teiligem handgefertigtem Silber und Porzellan auszustatten, so ist Garrard wärmstens zu empfehlen.

Asprey und Garrard bilden heute die exklusive Spitze der Asprey Group, zu der in England auch die Firmen Mappin & Webb und Watches of Switzerland, sowie Les Ambassadeurs in der Schweiz und René Boivin in Paris gehören.

Internationale Präsenz an der New Bond Street

New Bond Street hat neben Asprey noch Einiges mehr zu bieten. Fast alle grossen Namen im Luxusgüterbereich haben dort ihren Londoner Sitz. Insbesondere im Verlauf der letzten zehn Jahre hat diese Straße im eleganten Stadtteil Mayfair an Attraktivität gewonnen.

Im Schmuckbereich sind außer Harry Winston alle großen internationalen Namen anzutreffen. Cartier, Bulgari, Marina B, Tiffany, Chanel, Chopard, Mikimoto, Georg Jensen, und Patek Philippe. Bei den Englischen Namen ist vor allem Graff am obersten Ende der Exklusivitätsskala angesiedelt, sowie David Morris, der ebenfalls klassischen Juwelenschmuck anbietet. Für Liebhaber antiken Schmucks ist New Bond Street ganz besonders zu empfehlen. Gibt es doch gleich mehrere, alteingesessene Spezialisten für Schmuckantiquitäten in unmittelbarer Nachbarschaft voneinander.

Die Modehäuser an der Bond Street tragen viel zur Anziehungskraft dieser Luxusmeile bei. Gucci, Donna Karan, Versace, Louis Vuitton und Ralph Lauren, um nur Einige zu nennen, überbieten sich gegenseitig mit ihren Ladengestaltungen. An Exklusivität kaum zu überbieten, gehören diese Geschäfte mit zum Besten puncto Ladenbau, was es in Europa zur Zeit zu sehen gibt.

Der kommerzielle Schmuckmarkt

Wer sich nun fragt, wo denn der nicht ganz so exklusive Löwenanteil des Londoner Schmuckmarktes stattfindet, der ist richtig bei den beiden Schmuckketten H Samuel und Ernest Jones. Beide gehören zur Signet Group und sind in ganz England aktiv. Mit insgesamt circa 60 Geschäften decken sie den kommerziellen Markt Londons ziemlich flächendeckend ab. H Samuel bedient den ganz günstigen Markt, während Ernest Jones von tiefen bis zu mittleren Preislagen alles im Bereich Schmuck, Uhren und Silber anbietet.

Was besonders auffällt am kommerziellen Schmuckmarkt in England, ist das relativ enge Angebot. Simpel gefaßte Diamanten, Saphire, Rubine und Smaragde mit oder ohne Entourage sind in jeder denkbaren Variante erhältlich. Zeitgenössische Designvielfalt ist jedoch nicht vorhanden. Das Schmuckdesign scheint vor circa dreissig Jahren zum Stillstand gekommen zu sein. Eigentlich erstaunlich für eine Stadt, die ansonsten die verrücktesten Trends in Mode und Design hervorbringt.

Die Individualisten der Szene

Tradition und klassische Juwelen sind bei weitem nicht alles, was London zu bieten hat. Es gibt auch eine Gruppe von Schmuckdesignern, die Tradition auf kreative Weise in modernen Schmuck umsetzen.

Weltweit einen Namen geschaffen hat sich der aus Holland stammende Schmuckgestalter Leo de Vroomen. 1970 gründeten Leo und seine Frau Ginnie das Unternehmen, das heute ein ganzes Team von Spezialisten beschäftigt. Der Schmuck aus dem Hause de Vroomen, entworfen und meisterlich umgesetzt im eigenen Atelier, ist unverkennbar. Email in schillernden Regenbogenfarben, kombiniert mit Farbsteinen oder die uralte Technik des Treibens ergeben faszinierende, moderne Kreationen von zeitloser Eleganz. Die Liebe zum Kunsthandwerk und das Ziel, die Schönheit einer Frau zu unterstreichen, sind die Motivation hinter Leo de Vroomen’s Arbeit. Ohrringe sind seine Favoriten und er hat über die Jahre einen siebten Sinn für die passende Ohrringform zu jedem Frauentyp entwickelt. Leo de Vroomen ist international bei führenden Juwelieren vertreten. In London arbeitet er mit dem Juwelier Boodle & Dunthorne und ist mit diesem zusammen in Harrod’s Schmuckabteilung vertreten, hat aber kein eigenes Geschäft.

Ein anderer Individualist der Londoner Schmuckszene ist Theo Fennell. Er hat im November 1996 sein neues Geschäft an der Fulham Road in Chelsea eröffnet. Duchgestylt bis ins kleinste, bietet es eine ideale Plattform für seine Produktpalette. Seine Schmuckkollektion ist stark geprägt von klassizistischen Formen und Elementen (Kreuze, Lorbeerkranz) und schwelgt in Kombinationen von Farbsteinen, Diamanten und Perlen. Die gleichen Elemente finden sich wieder in der neu geschaffenen Uhrenkollektion.

Seinen Sinn für Humor und Exzentrik lebt Theo Fennell in seiner Silberkollektion aus. Halter für Perrierflaschen, sowie Halter und Deckel für Marmitegläser (Sie wissen schon, die Scheußlichkeit von Brotaufstrich, die man nur als geborener Angelsachse genießen kann.) und eine Vielzahl anderer Silbergefäße und -objekte für den alltäglichen und nicht so häufigen Gebrauch. Falls Sie jemals nach einem Paar Salz- und Pfefferstreuer in Form von Frauenbeinen oder Kloschüsseln gesucht haben, Theo Fennell hält sie bereit. Er macht allerdings auch handgetriebene Silberunikate, die außergewöhnliche, handwerkliche und künstlerische Sammelobjekte darstellen.

Ein wahres Bijoux ist das Geschäft von Solange Azagury-Partridge. Im trendy Stadtteil Nottinghill Gate gelegen, repräsentiert es Solange’s ästhetisches Empfinden perfekt. Rubinrote und jadefarbene Samtpolster kontrastieren mit den orangen Wänden. Vergoldete Vitrinen, die gerade eben groß genug sind, um zwei bis drei Ringe zu zeigen, sind wiederum mit Samtkissen ausgeschlagen.

Ihr Lieblingsschmuckstück ist der Ring. Von weitem erkennbar, repräsentieren ihre Kreationen einen ultrachicen Mix von modernen und barocken Elementen. Farbsteine und Email werden zu ungewöhnlichen, einmaligen Bischofsringen verarbeitet und sind für Frauen mit stark entwickeltem Selbstbewußtsein bestimmt. Solange bestätigte denn auch das Gerücht, daß die Popsängerin Madonna zu ihren Kundinnen gehört. Ihr Schmuck ist mittlerweile auch in Paris und New York erhältlich und erscheint immer öfter bei Modeschauen internationaler Modeschöpfer.

Wo findet die Avantgarde statt

England hat seit jeher Traditionen gepflegt, viele avantgardistische Ideen oder Modeströmungen haben aber genauso ihren Ursprung in London. Wo also findet man den avantgardistischen Schmuck in London?

Schmuckkunst und -avantgarde hat einen Namen in London: Electrum Gallery. Seit über fünfundzwanzig Jahren präsentiert Barbara Cartlidge, Gründerin und Inhaberin der Galerie, Schmuckkünstler aus aller Welt. Electrum zeigt jeweils rund neunzig Designer gleichzeitig. Eine schier unübersehbare Vielzahl von Schmuckrichtungen. Papierschmuck von Reiko Kanibuchi kontrastiert mit André Ribeiro’s Kautschuk-cum-Diamantschmuck und Niessing stößt auf Brigitta Turba’s fröhlichen Recycling-Kunststoff-Schmuck.

Die Galerie, an der South Molton Street nahe Oxford Street gelegen, ist nicht das ideale Fenster für die Präsentation eines einzelnen Designers im großen Stil, aber es bietet dem interessierten Kunden - mit etwas Zeit - ein unglaubliches Spektrum an modernem Schmuckschaffen.

Mekka für Modeschmuckliebhaber

Man würde Londons Schmuckszene nicht gerecht, ohne das enorme Angebot an Modeschmuck zu erwähnen. Butler & Wilson ist mit mehreren Geschäften in London sicher eine der ersten Adressen für sehr hochwertigen, antiken und neuen Modeschmuck und ein Must für modebewußte Londonerinnen. Kaufhäuser wie Liberty’s und Harrod’s haben dem Modeschmuck ganze Abteilungen gewidmet und fast jedes Fashion label hat eine eigene, auf ihre aktuelle Mode abgestimmte Schmuckkollektion.

Nottinghill Gate ist mit seinen vielen Antiquitätenhändlern im Umfeld der Portobello Road das Paradies für die Liebhaberinnen von antikem Modeschmuck. Ein anderer Geheimtip ist Walton Street. Diese kleine, feine Straße in Chelsea versammelt einige wirklich herausragende Modeschmuckläden mit zeitgenössischem Angebot, die einen Abstecher wert sind.

Schmuckhauptstadt London

London ist ein riesiger Markt für Luxusgüter. Sowohl die lokale als auch die Internationale Kundschaft bieten Marktpotential für Produkte verschiedenster Art und Stilrichtung. Das internationale Schmuckschaffen hat erst vor relativ kurzer Zeit Einzug in London gehalten. Ich bin überzeugt, daß dieser Prozeß weitergehen wird und London alle Voraussetzungen erfüllt, um in puncto Schmuck zur heimlichen Hauptstadt Europas zu werden.

Mit herzlichen Grüßen aus London

Susan Sagherian


Home  Beratung Seminare Trendforschung Publikationen  Susan Sagherian Kontakt  English Website

Copyright © 1998-2007 Concept Design, Susan Sagherian