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Wenn man nun in Richtung Oper
geht, ist man sofort auf der Rue de la Paix. Hier waren um die
Jahrhundertwende die exklusivsten Schmuck- und Modehäuser von Paris
versammelt. Eine der geschichtsträchtigsten Adressen ist die Nummer
9. Hier hat Mellerio sein Geschäft. Es handelt sich dabei um eine
der ältesten Firmen der Welt, die noch immer im Besitz der Familie
sind. Mellerio besteht seit 375 Jahren. Auch die Nummer 13 ist eine
berühmte Adresse. Cartier hat hier seit 1899 seinen Hauptsitz. Die
Nummer 7 beherbergt Jean Dinh Van, der sich schon früh mit seinem
Schmuck auf die Grundformen beschränkte. Kreis und Viereck sind die
Basis seiner Kreationen, die als moderne Klassiker gelten. An der
Nummer 1 hat Poiray seinen Sitz. Das Unternehmen steht für
Jugendlichkeit und modernen, entspannten Luxus. Zum Markenzeichen
des Hauses wurde das Herz, das an Motive der Popart erinnert und an
bunten Seidenkordeln um den Hals getragen wird.
Die klassische Eleganz der Place
Vendôme ist ein Sinnbild für das französische Schmuckschaffen.
Viele der anwesenden Juweliere bestehen schon seit Generationen und
haben Schmuckgeschichte geschrieben. Die Reichsten und Mächtigsten
gehören noch heute zu ihren Kunden. Soviel Tradition und Renommee
verpflichtet. Die Juweliere gehen durchaus mit der Zeit und lassen
sich von zeitgenössischen Tendenzen beeinflussen. Sie vergessen darüber
aber nie, der großen Tradition der Handwerkskunst mit ihren neuen
Schöpfungen Referenz zu erweisen.
Hier
wurde Schmuckgeschichte geschrieben
Die
Schmuckgeschichte von Paris erzählen zu wollen, würde den Rahmen
dieses Artikels bei weitem sprengen, denn über lange Zeiträume
hinweg hat Paris das Schmuckgeschehen weltweit dominiert. Unter
welchem Gesichtspunkt man die Geschichte der Juweliere von Paris
auch betrachten mag, ob Kreativität, Prestige oder weltweite
Bedeutung, man spricht immer von Superlativen. Die mächtigsten und
reichsten, berühmtesten und skandalträchtigsten Kunden und
Kundinnen aus aller Welt gaben sich seit jeher ein Stelldichein bei
den Juwelieren in Paris. Das Paris der Künstler und
Kunsthandwerker, Modehäuser und Parfümeure vibrierte zu Anfang des
Jahrhunderts wie keine andere Stadt. Diese Atmosphäre war Nährboden
für neue und revolutionäre Kunst- und Stilrichtungen, wovon gerade
der Schmuck stark beeinflußt wurde. Jugendstil und Art Déco
entstanden, und die bedeutendsten Schmuckstücke jener Epochen
wurden von Pariser Juwelieren gefertigt.
Einige der Namen, die eine
treibende Kraft der Erneuerung waren, gibt es heute nicht mehr. Zum
Beispiel die Häuser Fouquet und Vever, die exzellente Meisterwerke
des Jugendstils schufen. Andere hingegen sind heute zu
internationalen Grosskonzernen geworden mit Niederlassungen rund um
den Globus. Es ist interessant zu sehen, welche Strategien die
Firmen anwenden, um der sich wandelnden Gesellschaft gerecht zu
werden und ihre Imperien in ein weiteres Jahrhundert hinein zu führen.
An einigen Beispielen soll dieser Weg nachgezeichnet werden.
Vom Schmuckgeschäft zur
Schmuckmarke
Im
vergangenen Jahr feierte Cartier sein 150jähriges Jubiläum unter
anderem mit einer großartigen Ausstellung mit Werken von 1900 –
1930 und einer Jubiläumskollektion. 1847 hatte sich Louis-François
Cartier selbständig gemacht und eröffnete ein Geschäft für
Schmuck und Objets d’Art. 1899 zog das Geschäft in die Rue de la
Paix Nr. 13, die prestigeträchtigste Straße von Paris, an der alle
großen Schmuck- und Modehäuser vertreten waren. Zu diesem
Zeitpunkt zählte Cartier bereits alle großen Namen der Zeit zu
seinen Kunden, denn sowohl Louis-François, als auch sein Sohn
Alfred verstanden es, die einflußreichsten Kreise anzusprechen.
1902 wird die Filiale in London an der New Bond Street eröffnet,
rechtzeitig um alle Aufträge der Adeligen zur Krönung von Edward
VII zu erfüllen. Edward VII soll es gewesen sein, der Cartier
„Juwelier der Könige, König der Juweliere“ nannte und das Haus
ermunterte, in London einen Sitz zu eröffnen. 1909 wird dann das
dritte Cartiergeschäft in New York an der Fifth Avenue eröffnet.
Bis 1962 bestand Cartier aus diesen drei unabhängigen Geschäften
mit unabhängigen Ateliers und Designern.
Danach fiel das Unternehmen
auseinander, um erst im Jahre 1979 als Cartier Monde
wiederaufzuerstehen. In der Zwischenzeit war allerdings viel
passiert. Robert Hocq und Alain Dominique Perrin hatten zusammen im
Jahre 1974 das Konzept „Les Must de Cartier“ lanciert, das
Cartier einer jungen Generation öffnen sollte. Uhren, Lederwaren,
Feuerzeuge, Schreibwaren und Parfums sind seither unter diesem Namen
auf dem Markt. Damit war der Grundstein für das weltweite
Cartier-Imperium als bestbekannte Schmuck- und Uhrenmarke gelegt.
Cartier’s Erfolg kommt nicht
von ungefähr. Immer war das Unternehmen ganz nah an den Strömungen
der Zeit. Gleichzeitig baute es unermüdlich am Mythos Cartier mit
der Erstellung eines umfangreichen Archivs und Rückkäufen von
historischen Stücken. Vor kurzem hat Cartier den ewigen Klassiker,
den „Trinité“-Ring – 1924 für den Schriftsteller Jean
Cocteau von Louis Cartier entworfen - mit einem ganz neuen
Werbekonzept versehen. Cartier reagierte damit auf den Imageverlust,
den das Produkt durch die unzähligen Nachahmungen auf dem Markt
erfahren hat. Die neue Werbekampagne spricht junge Leute an und
zeigt auf humorvolle und sinnliche Art die Symbolkraft dieses
Ringes.
Napoleons Hausjuwelier
Die
Geschichte des Hauses Chaumet liest sich nicht weniger prestigeträchtig.
Der Stern von Chaumet begann gleichzeitig mit demjenigen von
Napoleon aufzugehen. Marie-Etienne Nitot, dem Gründer des Hauses
gelang es, dem Mythos Napoleons mit seinen Schmuckstücken Glanz zu
verleihen. Anläßlich der Inthronisierung von Napoleon im Jahre
1802 wurde Nitot dann beauftragt, die Kronjuwelen anzufertigen,
unter Verwendung des berühmten „Regent“-Diamanten. Die Brüder
Fossin übernahmen das Geschäft von Nitot und setzten dessen Arbeit
fort, indem sie Schmuck und Luxusobjekte für die Königshäuser der
ganzen Welt fertigten. Von den Brüdern Fossin ging das Geschäft
auf den Werkstattchef Morel über, der in London ansässig wurde und
zum Hoflieferant von Königin Viktoria avancierte. Seit 1907 hat das
Haus seinen Sitz an der 12, place Vendôme. Vom Schwiegersohn von
Morel erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen: Chaumet.
Chaumet hat es bis heute
verstanden, mit zeitgemäßen und glamourösen Kreationen immer
wieder neue Generationen anzusprechen. Mit großem Werbeaufwand
gelang es Chaumet gerade in den vergangenen zwei Jahren, sich als
aktives und junges Unternehmen darzustellen. Chaumet hat an der
Place Vendôme im Unterschied zu anderen Häusern eine vorwiegend
Französische Kundschaft. Dieser Umstand ist deshalb erwähnenswert,
weil die Französinnen und vor allem Pariserinnen wiedererkennbare
Markenprodukte als nicht sehr geschmackvoll ansehen. Jede Pariserin,
die etwas auf sich hält, würde lieber auf eine Uhr verzichten als
eine Rolex zu tragen, und eine Plastiktüte einer Louis Vuitton
Tasche eindeutig vorziehen. Bei Chaumet werden sie hingegen zu
Wiederholungstäterinnen und kaufen oft mehr als ein Stück.
Mademoiselle Chanel – Eine
Legende wird zu Schmuck
Coco
Chanel schaffte es, während ihrer langen Schaffenszeit, immer
wieder zu überraschen. Nachdem es ihr gelungen war, in den 20er
Jahren den Modeschmuck salonfähig zu machen, war es ausgerechnet
sie, die im Jahre 1932 einem kleinen exquisiten Kreis in ihrem
Privathaus eine eigene Schmuckkollektion präsentierte. Sie war
bekannt dafür, daß sie echten Juwelenschmuck als geschmacklos und
ostentativ ablehnte. Daher erstaunte sie ihre Besucher um so mehr
mit ihren Diamantkreationen. Befragt nach ihrem Sinneswandel,
antwortete sie, daß echter Schmuck in Zeiten des Überflusses ein
Zeichen von Arroganz sei, während in Zeiten einer Depression
Diamanten eine sinnvolle Investition darstellten.
Zusammen mit ihrem Lebenspartner,
dem Designer Paul Iribe, hatte Chanel eine Kollektion entworfen, die
auf drei Hauptthemen basierte: Knoten, Sterne und Federn. Motive,
die im 18. Jahrhundert und vor der Jahrhundertwende aktuell gewesen
waren. Die Schmuckstücke hatten keine Verschlüsse und konnten auf
verschiedenste Weise getragen werden. Präsentiert wurde der Schmuck
wurde an lebensgroßen Wachspuppen auf schwarzen Marmorsockeln, von
der jede einen anderen Gesichtsausdruck hatte. Die Puppen trugen
opulente Pelzmäntel, die von Diamantbroschen zusammengehalten
wurden. Diese Kollektion blieb der einzige Ausflug von Mademoiselle
in die Welt der Haute Joaillerie.
Seit vier Jahren tritt das Haus
Chanel als Juwelier auf. Basierend auf der Ausstellung von 1932, dem
reichen Erbe an Schmuck und Edelsteinen von Coco Chanel und der berühmten
Vergangenheit der Schöpferin, wurde eine Schmuckkollektion
zusammengestellt. Extravagante Einzelstücke sind darin genauso
vertreten wie durchaus erschwingliche Schmuckstücke, die berühmte
Chanelmotive, z.Bsp. die Kamelie darstellen. Seit wenigen Monaten
ist das Haus an der Place Vendôme mit einer überaus eleganten
Boutique vertreten. Obwohl Chanel Joaillerie erst seit vier Jahren
besteht, hat es mit seinen Kreationen bereits die Welt erobert.
Zeichen dafür waren die vielen „Nachempfindungen“ von
Chanel-Klassikern auf der Basler Messe im Frühling.
Joaillier mit einem Schuß
Zen
Fred
Joaillier ist seit 1936 an der Rue Royale ansässig. Den heutigen
Look erhielt das Haus aber erst, als es von der Französischen
Luxusgruppe LVMH gekauft wurde. Heute präsentiert sich Fred mit
einem ganz eigenen Konzept. Die Fenster reichen vom Fußboden bis
zur Decke. Die freigelegten Wände des uralten Hauses in warmem
Beigeton kontrastieren mit organisch anmutenden
Eisen-Glas-Skulpturen. Kleine, freistehende Vitrinen zeigen jeweils
nur wenige Schmuckstücke. Die Räume strahlen trotz der Hektik auf
der breiten Rue Royale Ruhe und Authentizität aus. Der Schmuck ist
modern und eigensinnig, verleugnet aber nie die Tradition. Die Stücke
sind angenehm schwer und erinnern so die Trägerin daran, daß sie
etwas Besonderes trägt. Mit dem neuen Geschäft an der Place Vendôme
wird sich Fred endgültig in die Reihe der ganz Großen stellen.
Hoffentlich gelingt es, die besondere Atmosphäre ihres bisherigen
Hauptsitzes hierher zu tragen.
Zauberer der Farben
René
Lalique war unbestritten einer der maßgeblichsten Künstler des
Jugendstils. Technische Meisterschaft, grenzenlose Neugier für
Neues, die Liebe zur Natur und ein überragendes, künstlerisches
Talent vereinten sich in seiner Person. Seine Meisterwerke berühren
heute nicht weniger als damals. Ihre Kraft und Poesie bleibt
ungebrochen. Er begann 1882 als Schmuckzeichner für die großen
Juweliere, bevor er sich 1886 selbständig macht. Seine Werke fanden
sofort ihre Käufer und Sarah Bernhardt gehörte fortan zu seinen
treusten Kundinnen. Die Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 wurde
zu einem Triumph für den Schmuckkünstler Lalique. Seine überragende
Bedeutung für den Jugendstil wurde schon damals anerkannt und seine
Schmuckstücke wurden von Sammlern, Schmuckliebhabern und Museen
gleichermaßen gekauft.
Soviel Erfolg provozierte die
Nachahmer, die Laliques poetische Kunstwerke skrupellos kopierten.
Der Künstler war über diese „Karikaturen“ so verärgert, daß
er nach einer Gesamtausstellung seines Schmuckschaffens im Jahre
1912 beschloß, keinen weiteren Schmuck mehr zu fertigen. Fortan
widmete er sich voll und ganz seinen Glasobjekten.
Seit 1936 ist das Haus Lalique an
der 11, rue Royale ansässig. Hier werden noch heute die Glasobjekte
präsentiert. Mittlerweile wird auch wieder Schmuck produziert.
Farbenfrohe Schöpfungen aus Glas, zum Teil mit glatten Oberflächen,
zum Teil mit modellierten Oberflächen im typischen Lalique-Stil.
Individuelles
Schmuckschaffen
Man
fragt sich zu Recht, ob denn die Zahl der gewichtigen Namen in Paris
junges, unabhängiges Schmuckschaffen überhaupt zulässt. Die
Antwort ist ja. Zwei Beispiele präsentieren sich ausgerechnet an
der noblen Rue Saint Honoré, bzw. an deren Verlängerung, der Rue
du Faubourg Saint Honoré. Als Nachbarin der berühmtesten Couturehäuser
von Paris hat sich Christina Richard niedergelassen. Sie ist bekannt
für ihre schlichten Ringe, in deren sich öffnender Ringschiene
Perlen, Diamanten und Farbsteine eingeklemmt sind. Ganz in der Nähe
der Place Vendôme hat vor kurzem Patrice Fabre sein neues Geschäft
eröffnet. Er hat sich einen Namen geschaffen mit Schmuck, der Gold
und Diamanten mit Beton verbindet. Mit einem von ihm geschaffenen
Spiralcollier gewann er den Diamond International Award. Seine Schöpfungen
verbinden ungewöhnliche Techniken mit dem Gefühl für tragbaren
Schmuck der besonderen Art.
Schmuck von Heute
Wer
Lust hat, mit der Juwelentradition zu brechen, muss weit gehen in
Paris. Bruno Livrelli präsentiert in seiner kleinen, feinen Galerie
Aurus ein Kontrastprogramm von Niessing, Michael Zobel und Michael
Good. Ganz in der Nähe des Centre Pompidou gelegen, bietet er den
interessierten Parisern Schmuck der ganz anderen Art. Bruno Livrelli
leistet mit seiner Galerie viel Aufklärungsarbeit. Der
Durchschnittskunde in Frankreich ist sich gewöhnt, Gold zum
Grammpreis einzukaufen. Dass Schmuck darüber hinaus einen künstlerischen
Wert haben könnte, leuchtet vielen nicht auf Anhieb ein.
Die Lieblingsadresse der Pariser
ist zur Zeit ganz eindeutig „Colette“. Das kleine
„Warenhaus“ an der Rue Saint Honoré wartet mit der totalen
Avantgarde auf. Mode, Einrichtung, Bücher und auch Schmuck gehören
immer zum Allerneusten. Das ganze Haus präsentiert sich sehr
„unpariserisch“ im „Minimalstil“ und einem Café im
Untergeschoss. Der Schmuck kommt zum Beispiel von „La Molla“.
Der Modedesigner Issey Miyake machte die Kreationen der Italienerin
Tiziana Redavid zum Renner der Saison. Ihre Armbänder aus
Stahlfedern gingen als absolutes „Muss“ diesen Sommer um die
Welt.
Mekka für Sammler und Jäger
Paris
ist für Antiquitätenhändler mehmals pro Jahr ein obligatorisches
Reiseziel. Das Gleiche gilt Liebhaber von antikem Schmuck. Eine
Vielzahl von Auktionshäusern, Händlern und kleinen, uralten Geschäften
bietet Schmuckantiquitäten an. Originale der grossen Häuser werden
ebenso wie charmante Einzelstücke ohne besondere Herkunft
gehandelt. Die Rue Saint Honoré bietet Einiges an Auswahl. Genauso
die Händler um die Rue Drouot und das Palais Royal.
Fantasie für wenig Geld
„Bijoux
fantaisie“ nennen die Franzosen den Modeschmuck. Davon herrscht
ein reiches Angebot in Paris. Die Couturehäuser sind berühmt für
ihre gewagten Kreationen, allen voran Yves Saint Laurent, Christian
Lacroix und Dior. Besuche lohnen sich aber auch bei Agatha und Biche
de Bere. Traumhafte Objekte findet man bei Daniel Swarovski. Zarte
Abendtäschchen und glamouröser Schmuck sind Spezialitäten des
Hauses.
„Paris ist aus Intelligenz
und Charme gemacht“
Befragt
man jemanden in Paris nach seiner Meinung, was die Anziehungskraft
von Paris ausmacht, wird der Blick des Gegenübers meistens träumerisch
und nachdenklich. Nach einer Weile der gedankenvollen Versunkenheit,
erhält man Antworten wie Schönheit, Kultur, Architektur oder
Kreativität. Paris ist ein Lebensgefühl, getragen von Visionen für
die Zukunft und dem Stolz auf die strahlende Vergangenheit. Keinem
echten Pariser würde es jemals in den Sinn kommen, es könnte eine
kreativere und einflussreichere Stadt als Paris geben. Dieses
Selbstbewusstsein mag für Aussenstehende befremdend wirken.
Tatsache ist jedoch, dass Paris im Bereich der Luxusgüter weltweit
eine Spitzenstellung inne hat. Tatsache ist aber auch, dass bis vor
kurzer Zeit viele berühmte Namen mit rapide schwindenden
Kundenzahlen und einem veralteten Image kämpften.
Die Firmen reagierten schnell.
Sie holten sich junge Designer und überholten ihre Sortimente
komplett. Sie veränderten ihre Kommunikationsstrategie und tauchten
mit einem ganz neuen Image auf. Sie sind daran, neue Ladenkonzepte
zu studieren, um den Kunden die Schwellenängste zu nehmen. In den
ehrwürdigen Häusern um die Place Vendôme bewachen noch immer die
Türsteher den Eingang eines Juweliers. Auf der anderen Seite der
Seine entsteht jedoch zur Zeit ein ganz neues Einkaufsgefühl. In
den Strassen um St-Germain des Prés lassen sich in rasendem Tempo
die grossen Marken nieder. Kleine Boutiquen bedienen Kunden mit
Luxusartikeln auf ganz entspannte Weise. Es herrscht eine lockere,
lebensfrohe, urpariserische Atmosphäre. Die Demokratisierung des
Luxus bedeutet für die traditionellen Firmen, zu ihren Kunden in
deren Quartier zu gehen und sie ganz persönlich anzusprechen.
Ein weiterer Schritt, auf die
Kunden zuzugehen, ist die Ausstellung „Joaillerie“, die in
diesem Jahr zum dritten Mal stattfindet. Auf dieser Show präsentieren
sich die Juweliere der Place Vendôme, der Rue de la Paix, aber auch
Galerien wie Galerie Aurus dem Publikum. Sie wollen damit Wünsche für
Weihnachten wecken. Sie wollen aber auch den Konsumenten die
Gelegenheit geben, ohne Schwellenängste etwas anzuprobieren oder
Fragen zu stellen. Die Ausstellung findet vom 20. – 23. November
1998 im Hotel Dassault auf den Champs Elysées statt.
Paris ist eine faszinierende
Stadt. Der Besucher ist bezaubert von ihrer Schönheit, Kultur und
Grandezza. Man ärgert sich über die Arroganz und Unfreundlichkeit
der Pariser und schwört sich, nie mehr zu kommen. Tut’s dann aber
trotzdem. Wer langfristig Erfolg haben möchte im gehobenen
Schmuckbereich, tut gut daran, das Beispiel der Pariser Juweliere
eingehend zu studieren. Sie sind schon sehr lange da und das hat
seine guten Gründe.
Mit freundlichen Grüssen aus
Paris
Susan
Sagherian
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