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New York
ist eine Stadt der Einwanderer. Bunt zusammengewürfelt leben hier
Menschen aus der ganzen Welt, die gemeinsam eine neue, urbane
Lebensart kreieren. Seit jeher ist die riesige Stadt Anziehungspunkt
für besonders Begabte, unbequeme Querdenker und fleissige Erfolgsträumer
gewesen. Denn hier erhalten alle die Chance, sich in der Anonymität
der Grossstadt selbst zu erfinden und Erfolg zu haben. Und wer es
hier schafft, der schafft es überall.
Hip
and cool
Seien
wir ehrlich, wenn wir Europäer über Amerikanischen Geschmack
reden, dann geht es meistens um gross, bunt und auffallend. Dieses
Klischee ist 1999 mehr als überholt. New Yorker und New Yorkerinnen
fallen schon auf der Strasse durch ihren unglaublichen Chic auf. Von
Kopf bis Fuss in edlem, minimalistischem Look gestylt und den
neusten Accessoires geschmückt, rauschen sie im typischen New
Yorker Eilzugstempo an einem vorbei. Niemand gibt in Amerika mehr
Geld aus als die Bewohner von New Jersey und New York und gemäss
einer Umfrage ist ihre beliebteste Freizeitbeschäftigung
Modeshopping.
Wer so
modebewusst ist, sucht auch mit viel Sorgfalt seinen Schmuck aus.
New York’s Kunden und Kundinnen wissen heute sehr gut Bescheid in
Schmuckdingen. Sie informieren sich über die neusten Trends, sie
kennen sich aus bei Edelsteinen und wissen Bescheid, worauf man bei
der Qualität eines Schmuckstücks achten muss. Viele der Kundinnen
im mittleren und höheren Preisbereich kaufen Schmuck selbst ein,
reisen zudem viel und regelmässig und können daher das
Schmuckangebot auf internationaler Ebene vergleichen.
Dazu gibt
es eine Reihe weiterer, guter Nachrichten für den Schmuckhandel in
New York. Hier findet der ernsthafte Schmuckkunde oder -sammler das
grösste und vielseitigste Angebot ganz Amerikas. Das hat zur Folge,
dass überdurchschnittlich viele „grössere“ Schmuckkäufe in
New York getätigt werden. Auch die Entwicklung in der Mode arbeitet
für die Schmuckwelt. Nach einer Zeit der kompletten
Schmuckabstinenz im Zuge des „Grunge Looks“ anfangs der
Neunziger Jahre, gehört Schmuck seit etwa zwei Jahren wieder zur
Garderobe. Heute ist es soweit, dass die New Yorker Kundinnen eher
auf einen grossen Urlaub verzichten, als auf den Schmuck, auf den
sie ein Auge geworfen haben. Es geht aber noch weiter. Was das
Kunstsammeln in den Achtziger Jahren war, ist heute das Sammeln von
Mode - sprich Haute Couture - und Schmuck! Um es mit den Worten
eines New Yorkers auszudrücken: Schmuck ist hip and cool.
Preiskampf
Kontra Exklusivität
Wenn
man die New Yorker Schmuckszene beobachtet, erhält man einen
Eindruck davon, in welche Richtung sich der Schmuckeinzelhandel in
Europa dereinst auch bewegen könnte. Es lassen sich zur Zeit vor
allem zwei klar definierte Richtungen erkennen. Kommerzieller
Massenschmuck und Diamanten werden in New York an Orten wie der 47th
Street verkauft. Das Zentrum des New Yorker Diamanthandels ist
gleichzeitig ein riesiger Schmuckmarkt, wo Konsumenten direkt
einkaufen können. Auf der Länge eines Häuserblocks reihen sich
die Händler aneinander und versuchen, sich gegenseitig die Kunden
vor der Nase wegzulocken. Es geht dabei nur noch um den Preis. Der
Konsument kann die Angebote beliebig vergleichen und kauft da, wo es
am billigsten ist.
Die
andere Richtung heisst Exklusivität. Schmuck wird als Namens- oder
Markenprodukt in eigenen Boutiquen oder Corners verkauft. Die
Palette reicht von Juwelenstücken über Silberschmuck bis zum von Künstlerhand
gestalteten Modeschmuck. Die Konsumenten suchen hohe Qualität in
Verarbeitung und Materialien und eigenständiges Design. Sie kaufen
Schmuck als Ausdruck ihrer Persönlichkeit und Individualität. Wer
wahrhaft exklusiv sein möchte, der lässt sich seinen Schmuck von
einem der bekannten Schmuckdesigner anfertigen oder folgt dem
Beispiel vieler VIP’s und kauft antiken Schmuck.
New
Yorker Erfolgsstories
New
York hat zwei Juweliere hervorgebracht, die international tätig und
weltberühmt sind. Tiffany, der in seinen berühmten blauen
Verpackungen alles anzubieten hat, was das luxuriöse Herz begehren
könnte und Harry Winston, der die wertvollsten Edelsteine dieser
Welt in Juwelenschmuck verwandelt und damit die Hollywoodstars schmückt.
Tiffany
ist eine Legende und das nicht erst seit Holly Golightly im Film „Breakfast
at Tiffany’s“ im Jahre 1961. Charles Lewis Tiffany gründete das
Unternehmen 1837 zusammen mit seinem Partner John B. Young mit der
Eröffnung eines Geschäfts für Papeterie und Geschenkartikel. 1851
begann Tiffany eine exklusive Zusammenarbeit mit dem damals berühmtesten
New Yorker Silberschmieden John C. Moore und legte damit den
Grundstein für das bis heute andauernde Silbergeschäft des Hauses.
Tiffany arbeitete von Anfang an als Erster in Amerika mit der in
England verwendeten Silberlegierung 925/1000, die später zum United
States Sterling Standard wurde. Zusammen mit Auszeichnungen für
seine Silberkollektionen auf den Pariser Weltausstellungen gewann
Tiffany auch viele Königshäuser als Kunden und konnte so sein
Unternehmen auf internationaler Ebene weiter ausbauen.
Tiffany
schuf sich aber auch im Schmuckbereich einen Namen. Das Haus begann
sehr früh mit Designern im Silberbereich zu arbeiten und betrieb
sogar eine eigene Designschule. Auch Gemmologen gehören schon seit
über hundert Jahren zum Team. Aus dieser Konstellation gingen
einige Innovationen hervor. Ein Beispiel dafür ist der bekannte
Tiffany-Solitär mit seinen sechs Griffen, der 1886 erstmals auf den
Markt kam. Bis heute sind berühmte Designernamen mit Tiffany
verbunden. Jean Schlumberger bezauberte und inspirierte in den Fünfziger
und Sechziger Jahren die ganze Welt mit seinen Juwelenkreationen.
Elsa Perettis sinnliche Naturformen und Paloma Picassos farbenfrohe
Kollektion prägen das heutige Sortiment Tiffany’s und werden
international in über 100 Geschäften verkauft.
Edelsteine
waren schon immer eine Leidenschaft des Hauses. Im Jahre 1848 kaufte
Tiffany an einer Auktion bedeutende Teile der Französischen
Kronjuwelen und bekam von der Presse den Übernamen „Charles
Tiffany, König der Diamanten“. Seltene Edelsteine wie der berühmte
gelbe Tiffany-Diamant von 128.54ct trugen genauso wie die beiden
Neuentdeckungen Tansanit und Tsavorit zur Berühmtheit Tiffany’s
bei.
Audrey
Hepburn vor den Schaufenstern Tiffany’s wird uns genauso
unvergesslich bleiben wie Marylin Monroes Lied „Diamonds are a
girls best friend“, in dem Harry Winston als Diamantspezialist
besungen wird. Harry Winston ist seit 1932 an der Fifth Avenue
No.718 ansässig. Das Motto des Hauses heisst „Seltene Juwelen
dieser Welt“ und so präsentieren sich auch die Produkte des
Hauses. Weltberühmte Diamanten sind durch die Hände der Winstons
gegangen. Der blaue Hope zum Beispiel oder der Diamanttropfen, mit
dem Richard Burton Elizabeth Taylor beschenkte (obwohl dieser von
Cartier verkauft wurde, war er zuvor von Winston geschliffen
worden).
Wie
andere Topjuweliere kämpft auch Harry Winston heute um eine
breitere Kundenbasis. Die Liste der prominenten Kunden und die
burgartige Fassade des Geschäftes flössen zwar Ehrfurcht ein,
animieren aber nicht eben zum Spontankauf. Ein neues
Kommunikationskonzept soll nun den Kontakt mit Harry Winston auf
eine lockerere Ebene herunterbringen und die Schranken der
Exklusivität lockern. Auch in Zukunft sollen nur überdurchschnittlich
zahlungskräftige Kunden angesprochen werden, die das Seltene und
Klassische suchen. Sie sollen dies aber in einer zeitgemässeren und
freundlicheren Atmosphäre tun können.
Fifth
Avenue
Die
Fifth Avenue ist Sitz für eine ganze Reihe weiterer,
internationaler Schmuckgrössen. Nummer 653 ist seit dem Jahre 1917
Sitz von Cartier. Pierre Cartier hatte das Haus von dem Bankier
Morton F. Plant auf eher ungewöhnliche Weise erworben. Plant’s
Frau Mae hatte schon seit längerem ein Auge auf eine doppelrangige
Perlenkette im Wert einer Million Dollar bei Cartier geworfen,
welche dann im Tausch gegen den Palazzo im Renaissancestil in den
Besitz der Familie Plant wechselte. Pierre Cartier war schon 1907
nach New York gekommen, um die reichen, Amerikanischen Kunden des
Pariser Starjuweliers besser bedienen zu können.
Andere
internationale Topnamen wie Asprey & Garrard, das Englische
Traditionshaus, Mikimoto, die Japanische Zuchtperlenlegende und H.
Stern sind mit ihren neusten – und überraschend trendigen -
Kollektionen vertreten. Bulgari und Van Cleef & Arpels tragen
ebenfalls zum internationalen Schmuckflair der Fifth Avenue bei. Das
ist aber noch nicht alles, was den Schmuckinteressierten an dieser
Einkaufsmeile erwartet. Die grossen, New Yorker Warenhäuser haben
ihrerseits ein beachtliches Schmucksortiment anzubieten.
Schaufenster
der Schmuckwelt
Jedes
Warenhaus kann mit einer mehr oder weniger grossen Schmuckabteilung
aufwarten. Besonders vielfältige Kollektionen bieten Saks Fifth
Avenue und Bergdorf Goodman an.
Saks
Fifth Avenue hat im Erdgeschoss eine erstaunliche Bandbreite von
Schmuckkollektionen im Sortiment. Die Trendsetter Italiens, wie
Antonioni, Pasquale Bruni, La Nouvelle Bague, K di Kuore, Rinaldo
Gavello etc. sind vollständig mit ihren neusten Kollektionen
vertreten. Daneben ist die Amerikanische Elite mit David Yurman,
Robert Lee Morris und Barry Kieselstein-Cord zu sehen. Elizabeth
Rand zeigt ihre zauberhafte Kollektion. Ihre perfekt gearbeiteten
Schmuckstücke sind mit erstklassigen Farbsteinen (wie mir gesagt
wurde, alle aus Idar-Oberstein) gefasst und sehen aus, wie wenn sie
direkt einer Märchenwelt entstammen würden.
Das
offene Raumkonzept bei Saks erlaubt kaum einem Kunden, in Musse ein
Schmuckstück zu probieren, ohne ab und zu von einem anderen
vorbeirauschenden Kunden einen Ellbogen im Kreuz einzufangen. Das
aktuelle und trendorientierte Angebot ist jedoch allemal ein Besuch
wert.
Die
Atmosphäre bei Berdorf Goodman ist ganz anders. Sobald man die
Schmuckabteilung betritt, versinkt man in weichen Teppichen. Viele
Schmuckkollektionen werden in eigenen Nischen präsentiert. Der
Rahmen ist kleiner und intimer. Gleich am Eingang stehen sich zwei
sehr bekannte Amerikanische Namen gegenüber.
Linkerhand
findet man die Kollektion von Angela Cummings. Nachdem sie siebzehn
Jahre für Tiffany gearbeitet hatte, wagte sie 1983 den Schritt in
die Unabhängigkeit. Ihre künstlerische Handschrift offenbart sich
in jedem Schmuckstück. Ihre Kreationen atmen Weiblichkeit, Schönheit
und sind aller Leichtigkeit zum Trotz, technisch höchst
anspruchsvolle Schöpfungen. Besonders verblüffend sind ihre
Einlegearbeiten. Auf gewölbten oder unregelmässigen Flächen
werden verschiedenste Schmucksteine in komplexen Mustern eingelegt.
Oft sind die Steine reliefartig gestaltet und erzeugen erstaunliche
Effekte, wie z. Bsp. ein Korbgeflecht oder ein Knoten.
Rechterhand
befindet sich der Raum von Barry Kieselstein-Cord. Seine Schöpfungen,
so meint man, entspringen direkt aus einer mittelalterlichen Welt
von Fabeltieren. Seine bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten
Tierfiguren erhalten durch das von ihm verwendete, matte Grüngold
einen ganz eigenen Charakter. Seine Schmuckstücke sind eigentlich
Miniaturskulpturen, die man am Körper tragen kann. Barry
Kieselstein-Cord kann auf eine illustre Fangemeinde verweisen. Die
Liste seiner VIP-Kunden lässt auf jeden Fall kaum einen Star aus
der Film- oder Musikszene aus.
Daneben
bietet Bergdorf Goodman eine ganze Reihe weiterer Kollektionen. Da
ist zum Beispiel Angela Pintaldi mit ihren grossflächigen, der
Natur scheinbar direkt entsprungenen Kreationen, die aber eine
ungeheure Aura entfalten. Temple St. Clair Carr’s phantastische,
von antiken Vorbildern inspirierte Schmuckstücke sind etwas für
Personen mit starker Persönlichkeit. Tamara Comolli‘s „Always
Diamonds“-Kollektion und Tropfenringe haben südländischen Charme
und bestechen durch das durchdachte Design.
New
York’s Trendküche
Soho
ist da, wo Mode und Kunst aufeinander treffen und die neusten Trends
entstehen. In den Sechziger Jahren war dieses Industriequartier
bereits zum Abbruch bestimmt und konnte nur dank des Protests der
dort lebenden Künstler gerettet werden. Heute ist Soho der Ort, wo
Kunstgaleristen, Graphiker, Modedesigner und Schallplattenfirmen
ihre Firmensitze haben. Wer etwas auf sich hält und es sich leisten
kann, wohnt in einem der riesigen „lofts“ in Soho. Der Charme
der alten Industriegebäude mit ihren gusseisernen Abdeckungen und
der gepflasterten Gehsteige ist unwiderstehlich und erinnert an unzählige
Filme, die im New York der Jahrhundertwende spielen.
Kein
Wunder, dass in dieser inspirierenden Gegend auch interessanter
Schmuck entsteht. An der Ecke von West Broadway und Prince Street
steht die Galerie von Sally Hawkins. Das Haus ist berühmt für
seine Fassadenmalerei mit dem Titel „West Broadway Boogie“ und
ein beliebter Treffpunkt in Soho. Sie präsentiert die Werke von
Bill Schiffer, einem Bildhauer, Maler und Schmuckmacher. Er war es
auch, der die Fassade gestaltet hat und seinem Schmuck so zum
richtigen Rahmen verhalf. Bill Schiffer’s Schmuck hat zwei
Hauptrichtungen. Er gestaltet einerseits glitzernden, farbenfrohen
Schmuck aus Swarovski-Steinen, der direkt von seiner Malerei und der
Pop Art beeinflusst ist. Seine Silber- und Goldkollektion
andererseits ist geprägt von seiner Arbeit als Bildhauer. Die
schmeichelnden, komplexen Formen erscheinen tatsächlich wie
Kleinstskulpuren. Bill Schiffer kreiert Schmuck und Kunst aus der
gleichen Motivation heraus. Sein Ziel ist, nach seinen eigenen
Worten, Kunstwerke zu machen, die auf selbstverständliche Art die
Trägerin schmücken, etwa so wie ein Bild an eine dafür bestimmte
Wand passt. Im Fall des Schmuckstückes wird die Trägerin zur Wand
für den Künstler.
Eng verknüpft
mit Soho ist der Schmuck von Robert Lee Morris. Der Designer, der in
Deutschland, Japan und Brasilien aufwuchs, liebt Metalle über alles
und sieht sich selber als Nachfahre der frühesten Metallschmiede
des Kupferzeitalters. Er studierte in seiner Jugend so ziemlich
alles, was ihm sein College anbieten konnte, bevor er zu seinen
kreativen Fähigkeiten fand. R.L. Morris hat niemals eine
Goldschmiedelehre gemacht, sondern brachte sich das Arbeiten mit
Metall selbst bei. Seine frühen Arbeiten in Holz, Leder, Kupfer und
Messing stiessen auf grosses Interesse bei den wichtigen
Modemagazinen und ein Besuch in seiner 1978 eröffneten Galerie
ArtWear gehörte zum Pflichtprogramm für Trendjäger und Stilisten.
Modedesigner wie Donna Karan, Calvin Klein, Karl Lagerfeld, Geoffrey
Beene und Kansai Yamamoto baten ihn darum, Modeschmuckkollektionen für
Sie zu entwerfen. Für Elizabeth Arden kreierte er
Kosmetikverpackungen.
Robert
Lee Morris‘ Handschrift lässt sich leicht erkennen. Seine
organischen, von der Natur inspirierten Formen haben eine ursprüngliche
Kraft, die ihnen magische Energie zu verleihen scheint. Im Jahre
1995 ehrte das New York’s Fashion Institute of Technology den
Designer zum Anlass seines 25-jährigen Firmenjubiläums mit einer
grossen Retrospektive. Erst seit kurzem arbeitet er mit edlen
Materialien, wie Platin (dem absoluten Trendmaterial in New York),
Gold, Diamanten und Perlen. Erfolg ist ihm auch auf diesem Gebiet
sicher. Sein zweiseitig tragbares Platincollier mit Diamanten und
Perlen gewann bereits den ersten Preis beim Amerikanischen
Platinwettbewerb und die Umsätze in seiner 1995 eröffneten,
hellen, und freundlichen Robert Lee Morris Gallery in Soho sind
kontinuierlich am Steigen.
Soho
bietet auch dem Schmuckpoeten Ted Muehling Raum. Seine Inspirationen
kommen direkt aus der Natur, werden dann aber von ihm auf subtilste
Weise abstrahiert. Eiformen, Muscheln, Tannenzapfen oder eine
Spargelspitze finden ihre Entsprechung in Gold, patiniertem Silber
oder Bronze.
Reinstein/Ross
entführt seine Besucher in eine ganz andere Welt. Byzantinische
Pracht, granulierte Oberflächen, feine Farbedelsteine und das
aprikosenfarbene Gold, das Susan Reinstein, die Designerin selbst
legiert, sind die Wahrzeichen dieser kleinen, indisch inspirierten
Galerie an der Prince Street.
Stuart
Moore’s „gallery of designer jewelry“ bringt den Minimalismus
Europäischer Schmuckdesigner nach Soho. Kollektionen wie z. Bsp.
Niessing, Christian Bauer, Henrich + Denzel oder Humphrey sind hier
vertreten. Daneben gibt es eine kleine Kollektion des Hauses mit
hochwertigen Edelsteinen und Diamanten. Der architektonische
Schmuckstil widerspiegelt sich in der Gestaltung der Galerie. Der
Architekt Peter Gluck gestaltete
einen offenen, weissen Raum mit freistehenden Vitrinen, für die ein
spezielles Beleuchtungssystem entwickelt wurde. Durch eine
Glasscheibe kann der Besucher den Goldschmieden bei der Arbeit
zusehen.
Unzählige
weitere Galerien und Accessoireshops in Soho bieten Schmuck an und
laden ein, auf Entdeckungsreise zu gehen. Man kann hier zum Beispiel
New York’s chicstes Accessoire „MicroCord“, den kleinen Solitär
an der unsichtbaren, feinen Angelschnur, antiken, Indischen Schmuck,
romantische Halskettchen mit kleinen Edelsteinkugeln oder
Indianische Federamulette finden.
Die
Träume der „Uptown Girls“
„New
York Uptown“ bezeichnet die Gegend zwischen 59th und
110th Strasse, westlich und östlich des Central Park. Im
Osten des Parks sind die eleganten Einkaufsstrassen Fifth Avenue,
Madison Avenue und Park Avenue gelegen. Auch die grossen und berühmten
Museen New Yorks sind dort zu finden. Eine ideale Umgebung also für
seriöses Shopping, wenn man viel Zeit und Geld hat. Eine ideale
Umgebung auch für den Juwelier, der sich an ein anspruchsvolles und
finanzstarkes Publikum wendet.
Diese
Kunden lieben zum Beispiel den Schmuck von Henry Dunay. Sein Schmuck
wird in fünfundzwanzig Städten Amerikas vom Nobelkaufhaus Neiman
Marcus vertreiben. Obwohl er in New York nur ein Büro und sein
Atelier hat, hat er auch hier eine treue Fangemeinde. Sein grosszügiger
Schmuck, der bekannt ist für seine herausragende Oberflächentextur
und feinste Edelsteine, wird international bewundert und gesammelt.
David
Webb ist ein anderer Name, den die New Yorker bestens kennen. Seine
Tierkollektion „menagerie“, die Klassiker wie Pandas, Delphine,
Frösche, Zebras und Schmetterlinge enthält, schmückt ganze
Generationen von reichen New Yorker Ladies. Seine andere Spezialität
ist die Kombination von edlen und unedlen Materialien, wie zum
Beispiel Muscheln, Koralle und Bergkristall. Daraus entsteht
exquisiter Schmuck, den man durchaus auch tagsüber tragen kann und
der wohl gerade aus diesem Grund so viele Liebhaber hat.
J. Mavec
& Company‘s kleines Schmuckparadies ist gleich vis-à-vis des
Whitney-Museums gelegen. Janet Mavec zeigt hier nicht nur
herausragenden Antikschmuck, sondern auch Schmuck des Karlsruhers
Otto Jakob und von Gabriella Kiss. Die Kombination antiken Schmucks
mit den Arbeiten zeitgenössischer Kreateure überzeugt auf Anhieb.
Otto Jakobs Werke haben die märchenhafte Aura, die augenblicklich
an den von Zwergen geschmiedeten Zauberschmuck aus den Nibelungen
denken lässt. Gabriella Kiss hingegen versteht es, Insekten, Blätter
oder Walnüsse in delikatesten, überaus femininen Schmuck zu
verwandeln. Beider Inspirationen basieren auf antiken Vorbildern,
die sie aber auf feinfühlige Weise in die heutige Zeit projizieren.
New
York‘s Schmuckangebot ist vielseitig und anspruchsvoll.
Markennamen bilden sich heran und werden dank professioneller
Marketingarbeit auch früher oder später bei uns Fuss fassen.
Dieser Artikel kann nur einen kleinen Ausschnitt dessen beschreiben,
was dieser riesige Markt anzubieten hat. Daher mein Rat an Sie: Wer
heute beobachten will, wie der Schmuckeinzelhandel in der Zukunft in
unseren Märkten funktionieren wird, der macht mit Vorteil von Zeit
zu Zeit einen Abstecher nach New York. Amerika ist nur scheinbar
weit entfernt von Europa.
Mit
freundlichen Grüssen aus New York
Susan
Sagherian
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