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Grenzgänger zwischen Schmuck und Mode

(Erschienen in Gold'Or  -  Ausgabe 1 / 2001)

Das Lable miguel besteht seit 1998 und hat seither in der Schweiz sowohl in der Schmuck- wie auch in der Modewelt für Aufsehen gesorgt. Der vorläufige Höhepunkt ihrer Tätigkeit war für das Duo Sandy Sahagun und Joachim Fräulin die Gestaltung des offiziellen Plakats für die gwand in Luzern.

Im Oktober fanden in Luzern die gwand Fashion Events statt. Der Anlass, an dem über drei Abende hinweg Kollektionen von Modestudenten, einheimischen und internationalen Designern gezeigt und prämiert werden, hat in den letzten Jahren kontinuierlich an Beachtung gewonnen. In diesem Jahr traten die Verantwortlichen der gwand um Suzanna Vock mit einem besonders starken, visuellen Konzept an die Öffentlichkeit. Das Plakat war ein Blickfang der Sonderklasse.

Hinter der aufwändigen Inszenierung stand das Team von miguel. Die beiden hatten gerade mal fünf Tage Zeit zwischen der Anfrage der gwand und dem fertigen Bild. Dazwischen schafften sie es, die Accessoires - „Brustpanzer“, Haarschmuck und Ring - zu entwerfen und anzufertigen. Zusammen mit sieben weiteren Bildern wurde daraus eine Fotoserie auf höchstem, künstlerischem Niveau. Für das Team von miguel war dies eine wichtige Bestätigung auf ihrem Weg. Sie bewegen sich seit Beginn ihrer Selbständigkeit auf der Grenze zwischen Mode und Schmuck. Hüte, Kleider, Schals, Handtaschen entstehen in ihrem kleinen Atelier genau so selbstverständlich wie Armbänder, Ringe und andere typische Schmuckstücke. Die Kreationen von miguel sind handgefertigte Unikate und führen die Tradition der Haute Couture und Haute Joaillerie in eine neue, avantgardistische Dimension. Spezialitäten sind ihre Filigran- und Emailarbeiten.

Im November dieses Jahres waren die Schmuck-Accessoires von miguel selbst auf dem Laufsteg zu sehen. Am Focus Fashion Event von Melanie Albisser und Michael Dean in Zürich, traten sie neben den Kollektionen von Vivienne Westwood, Burberry, Absolut Wodka und Wolford auf. Der perfekte Auftritt vermittelte ihre Kreationen als raffinierte Lifestyle-Objekte. Sowohl die Arbeit für die gwand als auch der Auftritt am Focus Fashion Event brachte dem Duo von miguel viel Beachtung in den Medien. Es sind aber nach Aussagen von Joachim Fräulin auch konkrete Aufträge daraus entstanden.

Am Blickfang in Zürich nahmen die Beiden bereits zum vierten Mal teil. Dieses Jahr hat es sich besonders gelohnt. Mit der erreichten Publizität über die Mode-Events stimmte auch das Verkaufsergebnis. Im Dezember stellten sie ihre Haute Couture-Kollektion auch in Sursee in der Galerie von Werner Käufeler zusammen mit den Bildern des Hausherrn aus.

Der schwierige Weg auf der Grenze zwischen Mode und Schmuck scheint sich für miguel langsam aber sicher zu lohnen. Dass ihre Kreationen ausgerechnet in der Schweiz entstehen und immer mehr Liebhaber finden, darf einmal mehr als Zeichen für die Offenheit der Schweizer Schmuckkäuferinnen und -käufer gewertet werden.


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