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Blickfang Nummer 5 -
hochwertig und spannend

(Erschienen in Gold'Or  -  Ausgabe 1 / 2002)

Zum fünften Mal öffneten vom 23. bis 25. November in Zürich die Tore für die Blickfang. Die diesjährige Designmesse hat qualitativ stark zugenommen. Unter den Ausstellern, die zum ersten Mal vertreten waren, gab es einige spannende Entdeckungen.

Als treue Blickfangbesucherin hatte man schon eine gewisse Routine entwickelt. Die Aussteller waren schon fast zu alten Bekannten geworden. Die angebotenen Produkte ebenfalls. Dieses Jahr waren die Sinne schon nach den ersten paar Metern wieder geschärft. Neue Aussteller mit ganz neuen Ideen und Produkten waren zu sehen. Davon hat die Designmesse profitiert. Während man in den vergangenen Jahren noch über den einen oder anderen Aussteller und dessen Daseinsberechtigung in diesem Rahmen sinnierte, war die Messe in diesem Jahr äusserst stimmig und gleichmässig hochwertig. Den Ausstellungsmachern sei hiermit ein dickes Lob ausgesprochen.

Bei den Möbeln setzt sich fort, was in den vergangenen zwei Jahren seinen Anfang nahm. Authentizität trifft auf Hightech. Sichtbar gemachtes Handwerk kontrastiert mit industriell gefertigten Produkten. Zeitgenössische Klassiker treffen auf Retrodesign. Das Schöne war, man konnte fast jede Richtung in reinster Form an der Blickfang finden. Hinter den Namen Stuhlwerk und Leuchtwerk stehen Aniko Risch und Duosch Grass. Sie fertigen aus ganzen Baumstämmen massive Sitzobjekte und Leuchten. Ihr Werkzeug ist die Kettensäge. Das Resultat lässt sich sehen. Die eigenwilligen Wohnobjekte erinnern ein wenig an afrikanische Möbel. Gleichzeitig sind sie aber auch sehr modern und passen gut in eine ansonsten schlicht gehaltene Einrichtung. Colombo mobili zeigte hingegen eine andere Wohnvision. Plastik in leuchtenden Glasfarben beherrscht die Szene und zeigt, dass dieses Material auf breiter Basis sein Comback feiert. Ausgesprochen elegante, handgefertigte Möbel waren bei Ramòn Zangger zu sehen. Daneben die Trolleys aus den Swissair Fliegern, die gleichzeitig etwas wehmütig stimmten aber auch ein veritables Designerstück für alle möglichen Zwecke im Haushalt abgibt.

Bei der Mode war ein Trend zur unangepassten Eleganz feststellbar. Die Modenschau überraschte mit einem unkonventionellen viereckigen Laufsteg. War aber wie auch in den vorangegangenen Jahren sehenswert und wohltuend abwechslungsreich. Wer meint, die Kniebundhose sei mit seinen  Grosseltern ausgestorben, wurde an diesem Anlass eines Besseren belehrt. Die jungen Modeschöpfer brillierten mit tollen Schnitttechniken und auf den Körper geschneiderter Präzision. Caviezelundscherr zum Beispiel zeigten Hosen, die jedem Couturier zum Stolz gereichen würden. Viento präsentierte Kostüme, deren zeitgemässer Chic überzeugte. Der Zürcher Roger Handermann geht virtuos mit Leder um. Sein Spitzenoberteil aus Leder war vom Feinsten.

Beim Schmuck waren viele feingliedrige oder gestrickte Colliers und Armbänder zu sehen. Neu war sicher der Mut zu ungewöhnlichen Farbkombinationen, auch in satten Tönen. Miguel zeigte als Neuheit Schmuck mit kleinen Lämpchen, die bei Bewegung zu leuchten begannen. Karin Wagner begeisterte einmal mehr mit ihrem virtuosen Filzschmuck, dem man auf der Messe auf Schritt und Tritt begegnete. Der barocke und zuweilen opulente Schmuck von Christian Streit und Silke Knetsch rundet das Schmuckangebot gegen oben ab.

Das Fazit lautet: die Blickfang hat sich zu einem hochkarätigen Anlass gemausert, der den Titel Designmesse mit Recht trägt. Designfreunde dürfen sich schon im Voraus auf das nächste Jahr freuen.


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