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Italienische Trendkompetenz und vorsichtige Zufriedenheit
(Erschienen in Gold'Or  -  Ausgabe 2 / 2003)


Die Messen in Vicenza und München erlauben interessante Ausblicke auf das Schmuckjahr. In Italien herrschte vorsichtige Zurückhaltung bei der Bewertung des Messeverlaufs von seiten der Aussteller. Trendmässig bewiesen die italienischen Firmen einmal mehr ihre Dominanz. In München herrschte überwiegend vorsichtige Zufriedenheit, denn die Einzelhändler orderten nach einer längeren Kaufabstinenz. Trendimpulse waren aber nicht zu finden in München.

Der Sommer 2003 steht noch einmal ganz im Zeichen von Türkis und Koralle. Diese beiden Edelmaterialien erleben seit zwei Jahren ihr Revival. Nach den – aus Schmucksicht - farblosen Neunzigern, begann mit dem neuen Jahrtausend eine neue Ära der Farbigkeit im Schmuck. Türkis und Koralle zeichneten sich sehr schnell als Publikumslieblinge ab. Einerseits waren sie immer Bestandteil des traditionellen Folkloreschmucks in fast allen Kulturen. Andererseits passen sie herrlich in die Trendwelt, die von den 50ern und 60ern inspiriert wird. Dazu kommt neu Perlmutt. Der zarte Schimmer und die vielen Farbnuancen passen hervorragend zur Sommermode und gebräunter Haut. Wer es etwas edler möchte, dem sei die Kombination von Perlmutt mit Südseezuchtperlen in verschiedensten Farbtönen empfohlen. Perlen sind nach wie vor ein grosses Schmuckthema. Die Vielfalt der angebotenen Perlen ist so gross wie nie zuvor. In unterschiedlichsten Farben, Formen und Zusammenstellungen lässt sich grundsätzlich für jedes Budget etwas finden. Auch ein Sommermuss ist die Kombination von Schwarzweiss im Schmuck. Je nach Stil und Budget kann das die Kombination von schwarzen und  weissen Diamanten oder die nicht minder luxuriöse Version in Südseezuchtperlen sein. Es kann aber auch das wesentlich modischere schwarze Kreuz am schwarzen Rosenkranz sein.

Neben den absoluten Musts dieses Sommers gibt es natürlich eine Vielzahl weiter führender Entwicklungen. Die allgemeine Stilrichtung des Ornamentalen bleibt es mit Sicherheit noch einige Zeit erhalten. Die Freude an der Dekoration, der Einmaligkeit eines Edelsteins oder einer Perle wird nicht aufhören. Ebenso fantastisch und überwältigend ist die grosse Meisterschaft der Schmuckmacher, ganze Schmuckobjekte mit Edelsteinen in zartesten Farbverläufen zu besetzen. Da kommt die ganze Pracht und Faszination des Juwelenschmucks zum Ausdruck. Ungeahnte Farbkombinationen sind plötzlich möglich. Orange Mandaringranate treffen auf olivgrüne Peridote. Goldgelbe Diamanten verlaufen über Cognac zu tiefem Braun. Schwarze Diamanten treffen auf leuchtende Smaragde oder tiefrote Rubine. Eine Reminiszenz an den Einfluss Chinas auf die aktuelle Designwelt ist die Wiederentdeckung von Jade in all ihren Schattierungen von Weiss über Orange, Flieder zu klassischem Grün und Schwarz. Die Rückkehr von Blau in Mode und Design wird ihren Niederschlag finden in Kreationen, die Türkis, Saphir, Lapis Lazuli, Chalcedon und Aquamarin verbinden. Schon jetzt  kündigt sich eine neue Lieblingsfarbe der Schmuckwelt an. Gelb wird uns in die Zukunft geleiten. Die Schmuckwelt kombiniert schon heute Citrin mit Rauchquarz und Bergkristall. Gelbe Saphire und Berylle leuchten um die Wette und Bernstein wird noch mehr zum Liebling der Schmuckfans werden.

Am Ohr werden nach wie vor Ohrhänger getragen. Je nach Mut und Stil der Trägerin fallen sie etwas feiner oder opulenter aus. Auf den Laufstegen kamen XL-Modelle zum Zug, die in ihrer Üppigkeit jeden Halsschmuck ersetzten. Das Augenmerk der Schmuckkreateure liegt noch immer auf dem Hals. Fantasievoll gefädelte Ketten mit Anhängern, die an Bettelarmbänder erinnern, sind hochaktuell. Der Formen- und Farbenreichtum kennt hier keine Grenzen. Bei den Ringen stehen ausdrucksvolle Einzelstücke mit einem Farbedelstein oder einer Perle im Zentrum. Der Ringkörper selbst wird raffiniert geschlungen und meist vollständig mit Edelsteinen ausgefasst. Auch das uralte Thema der Schlangenringe taucht wieder auf. Aus als Halsschmuck und Broschen sind die ewigen Verführer wieder anzutreffen. Anhänger in Kreuzform sind nach wie vor im Trend. Die Formen reichen hier vom gleicharmigen Schweizer Kreuz über das „Gothic“-inspirierte, schwarze Kreuz bis zum schwermütigen, byzantinischen Prunkstück.


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