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Beschwingte Eleganz
(Erschienen in Gold'Or
- Ausgabe 2 / 2004)
Der Retrotrend lässt sich nicht
unterkriegen. Die Zitate vergangener Zeiten sind zahlreicher denn je
und gleichzeitig durchdrungen von Modernität und zeitgemässem
Esprit. Die Modeschauen zeichneten ein Bild von purem Chic,
inspiriert von den Fünfziger und den späten Zwanziger Jahren.
Beiden Jahrzehnten liegt ein klassisches Frauenbild zugrunde. In
beiden Jahrzehnten wurde aber auch radikal modern gedacht. Die
Frauen kleideten sich ultrafeminin und waren stets bis in die
Haarspitzen gepflegt. Bezeichnend für die Fünfziger Jahre ist die
Modefotografie jener Zeit. Die Frauen wirken in einem vollkommen
künstlichen Ambiente auf „gestellte“ Art natürlich. Sie
drücken Anmut und Eleganz aus und wirken stets leicht entrückt und
unantastbar.
Ganz ähnlich wirkten viele Models auf den Laufstegen für diesen
Frühling/Sommer. Es herrschte eine beschwingte Heiterkeit gepaart
mit fraulicher Eleganz. Die Frauen wurden von luftigen Kleidern
umspielt, wenn sie über den Laufsteg schritten. Volants und
Rüschen, Schleifen und lose Bänder zeichneten eine romantische
Weiblichkeit ohne Wenn und Aber. Gleichzeitig wirken die Frauen
immer angezogen. Haut und Hülle stehen in einem delikaten
Verhältnis. Frau und Kleid gehen eine Symbiose ein. Die Devise
lautet: nicht zuviel, aber auch nicht zuwenig Stoff. Die
Lieblingsmaterialien der Modeschöpfer heissen Satin, Mousseline und
Crèpe. Mehrlagig durchschimmernd, schillernd und changierend ergibt
sich ein Bild von matt und glänzend, verhüllend und entblössend
mit raffininiertesten Farbeffekten.
Farben sind in diesem Sommer unübersehbar präsent. Erinnerungen an
Sorbeteis und gefärbten Zucker werden wach. Rosa und Lachs in allen
Schattierungen beherrschen die Szene. Daneben stehen leuchtende
Farben wie Smaragdgrün, Fuchsia, Ultramarin und Orange. Neutrale
Hautfarben und kühles Sommergrau sind wohltuende Alternativen.
Metallisch glänzendes Silber, Gold und Kupfer ergänzen die Palette
mit einer Prise Glamour. Die Kunst ist es, Farben und Materialien in
spannende und unerwartete Kombinationen und Proportionen zu bringen.
Entsprechend präsentieren sich auch die neuen Schmucktrends. So
unverhohlen weiblich und feenhaft war der Schmuck seit vielen
Jahrzehnten nicht mehr. Erinnerungen an die Wirkung von
Jugendstilschmuck werden wach, gleichzeitig klingen Zitate aus den
50er Jahren an. Heute entsteht in den Ateliers der Goldschmiede
Juwelenschmuck im besten Sinn des Wortes, bar jeglicher
Verstaubtheit. Das Zusammenspiel von Farbedelsteinen, Perlen und
diamantbesetzten Elementen ist typisches Merkmal des aktuellen
Stils.
Der Lieblingsstein der Saison ist ohne Zweifel der Mondstein. Sein
zartes, seidiges Schimmern ist der perfekte Ausdruck des heutigen
Schmuckempfindens. Aber auch andere durchscheinende Farbedelsteine
im Cabochonschliff oder fein briolettiert passen zur Saison. Vor
allem wenn sie in den oben genannten Farben vorkommen. Mit den
Farbsteinen schimmern in diesem Sommer die Perlen um die Wette. Kaum
eine Schmuckart ist besser geeignet als die Perle, um Weiblichkeit
und Eleganz auszudrücken. Die Vielfalt der Perlen hat noch einmal
zugenommen. Die Perlenzüchter überraschen immer wieder mit neuen
Spielarten. Vor allem rosa- oder lachsfarbene Süsswasserzuchtperlen
spielen eine wichtige Rolle. Sie schmeicheln ausnahmslos jeder Frau,
unabhängig vom Hauttyp. Auch Tahitiperlen finden immer mehr
Liebhaberinnen. Das einstige Luxusprodukt hat sich in den
vergangenen Jahren weltweit einen immer grösseren Kundenkreis
erschlossen und ist in der Zwischenzeit auch für eine breitere
Kundschaft erschwinglich geworden.
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